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„Verabschieden Sie sich von analogem Denken!“ – Digitale Zahnheilkunde 2.0

DGOI-Studiengruppe Nürnberg /Agentur conamed - Michaela JanßenUnter diesem Motto stand die erste Sitzung im Jahr 2017 der DGOI (Deutsche Gesellschaft für Orale Implantologie) -Studiengruppe „Nürnberg“ am 15.2.2017. In den Vortragsräumen der Firma Wegold Edelmetalle referierte Univ.-Prof. Dr. Florian Beuer, Direktor der Zahnärztlichen Prothetik an der Charité, und stellte die Möglichkeiten der digitalen Technik bei der Implantatplanung und Implantatprothetik vor. Studiengruppenleiter Dr. Volker Ludwig hieß die Teilnehmer, die sich zahlreich eingefunden hatten – so zahlreich, wie noch nie zuvor in der Geschichte dieser Studiengruppe – herzlich willkommen und läutete einen kurzweiligen Abend ein.

DGOI-Studiengruppe: Intraoralscanner im Portrait

In seinem Vortrag „Digitale Zahnheilkunde 2.0“ behandelte Univ.-Prof. Dr. Florian Beuer vor allem die Thematik des Intraoralscanners, der Zahnärzten die langwierige (und unter Umständen auch komplizierte) Abdrucknahme und Zahntechnikern die einfacheren Arbeiten abnehmen soll. Der Intraoralscanner sieht sich in der Praxis allerdings oft Vorurteilen ausgesetzt; eben diese wollte der Referent durchleuchten. Dass Intraoralscanner nicht genau genug sind, das ließe sich laut Prof. Dr. Beuer definitiv nicht pauschalisieren. Vielmehr sei die Richtigkeit dieser Aussage abhängig davon, auf was sie sich beziehe: Der digitale Workflow sei dem konventionellen bei der Erfassung von Einzelzähnen überlegen, bei Quadranten lägen beide gleichauf. Lediglich bei der Abbildung kompletter Kiefer habe der konventionelle Workflow die Nase vorn. Zur Effizienz von Intraoralscannern berief der Referent sich auf eine Studie der Universität Harvard, in deren Rahmen Zahnmedizinstudenten im zweiten Semester beide Workflows parallel beigebracht wurden. 60 Prozent dieser Studenten gaben nach Abschluss des Kurses an, den digitalen Workflow zu präferieren. Auch das Vorurteil, dass ein guter Scan Puder benötige, konnte der Referent ausräumen: Die Scanstrategie ist entscheidend, wenn es um die Qualität der fertigen Scans geht. Die Vorteile der digitalen Fertigung brachte der Referent wie folgt auf den Punkt: Qualität und Effizienz nehmen zu, das Qualitätsmanagement wird erleichtert, Materialien werden neu entdeckt und wiederbelebt.

Die Natur als Vorbild

„Unser Vorbild ist die Natur“ – so macht sich Prof. Dr. Beuer für eine ästhetische und natürlich wirkende Implantatprothetik stark. Was Werkstoffe betrifft, so bevorzugt der Referent keramische Materialien. Je nach Einsatz hat man die Wahl zwischen sehr transluzenten Stoffen (zum Beispiel bei Veneers) oder extrem festen Materialien (Vollprothesen). Drei Leitsätze sollten die Teilnehmer mit nach Hause nehmen: Digitale Technik ändert festgefahrene Abläufe, verschraubte Hybridkronen sind ebenso komfortabel für den Behandler wie betonierte und Sofortversorgung ist in vielen Fällen möglich. Danke an Wegold Edelmetalle GmbH und CAMLOG GmbH für die Unterstützung der Veranstaltung.

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